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Erdgas als Energieträger

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, soll der Verbrauch von fossilen Rohstoffen (Kohle, Erdöl, Erdgas) soweit wie möglich durch erneuerbare Energien (Sonne, Wind) ersetzt werden. Allgemein wenig beachtet wird jedoch, dass nach Auffassung vieler Experten auch nach Erreichen der Klimaschutzziele weiterhin ein hoher Bedarf an fossilen Rohstoffen bestehen bleiben wird. Während zwar ein Rückgang bei der Kohle erwartet wird, ist davon auszugehen, dass die Fördermengen für Öl auf absehbare Zeit stabil bleiben. Erdgas jedoch als klimafreundlichster fossiler Energieträger wird eine zunehmend große Rolle spielen. Erdgas erzeugt mit 40 Prozent gegenüber Kohle und 20 Prozent gegenüber Erdöl den geringsten Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO₂). Erdgas wird daher auf absehbare Zeit unersetzbar bleiben und der Bedarf durch Umstellung auf diesen Energieträger sogar zunehmen. Es ist davon auszugehen, dass ein wachsender Verbrauch auch ein Ansteigen der Gaspreise nach sich ziehen wird. 
 
Erneuerbare Energien (Sonne, Wind) werden nicht erzeugt, wenn der entsprechende Bedarf entsteht, sondern fallen in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung und Windverhältnissen naturbedingt an. Solange insbesondere bei Strom/Elektrizität keine ausreichend großen und wirtschaftlich vertretbaren Speichermöglichkeiten bestehen, müssen insbesondere in Spitzenzeiten des Verbrauchs zusätzliche Mengen kurzfristig verfügbar sein. Nur so lassen sich unabsehbare/wirtschaftliche Negativfolgen verhindern. Da die hierfür in der Vergangenheit eingesetzten Rohstoffe Kohle und Erdöl wegen ihres hohen Schadstoffanteils an Kohlendioxid nicht in Betracht kommen und Atomstrom schon aus Sicherheitsgründen keine Alternative darstellt sowie Wasserkraft aus Stauseen oder Fließ- und Strömungsgewässern nur begrenzt zur Verfügung gestellt werden kann, stellt Erdgas als klimafreundlichster fossiler Energieträger auf lange Sicht eine notwendige Ergänzung dar.
 
Solange kein ausreichender Platz für hohe und langfristig vorhaltbare Speicherkapazitäten zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen zur Verfügung steht, sind insbesondere Schiffe als derzeit große „Dreckschleudern“ durch die Verbrennung minderwertiger Dieselprodukte auf tiefgekühltes in Isoliertanks gelagertes verflüssigtes Erdgas (Liquefied Natural Gas) angewiesen. Bei Flüssiggas für Schiffe nimmt Deutschland bei der unumgänglichen weltweiten Umstellung eine gewisse „Vorreiterrolle“ ein.
 
So wurde von einer deutschen Reederei das erste mit Flüssiggas (LNG) betriebene Frachtcontainerschiff in Fahrt gesetzt. Für den weltweiten Transport von Flüssiggas (LNG) sind zwar bereits eine Vielzahl von Containerschiffen in Betrieb, aber erst kürzlich wurde die erste schwimmende Tankstelle für die Belieferung von LNG-Schiffsmotoren eingesetzt. Der Bau dieses Spezialschiffs  macht wirtschaftlich nur Sinn, wenn – wie zu erwarten – der Einsatz von LNG für Schiffsantriebe zunimmt. Hieraus ergibt sich die Frage, von wo und wie Erdgas transportiert wird, zumal Deutschland selbst derzeit nur (noch) 10 Prozent des Bedarfs aus eigenen Bohrlöchern fördern kann.
 
Das größte Förderland ist Katar, das weltweit seit Jahren Flüssiggas (LNG) in Containern exportiert. Russland, ein weiteres großes Förderland verkauft sein Erdgas weitgehend per Pipelines, u.a. über „Nord Stream 1“ nach Osteuropa und Deutschland, künftig auch mit „Nord Stream 2“ direkt über die Ostsee nach Deutschland, von hier aus auch in europäische Staaten; es werden auch Verhandlungen mit China über eine entsprechend lange Pipeline geführt. Gegenwärtig entwickeln sich neben Australien die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem wichtigen, wenn nicht sogar dem wichtigsten Exportland der Welt. Bereits jetzt sind allein am Golf von Mexico fünf Verladeterminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Planung oder schon in Betrieb sowie jeweils zwei an der Westküste (Pazifik) und ebenfalls zwei an der Ostküste (Atlantik).  
 
Das per Pipeline gelieferte Erdgas ist für die Abnehmer in der Regel kostengünstiger als verflüssigtes Erdgas (LNG). Die Zulieferung per Pipeline ist im Endeffekt aber ziemlich begrenzt. Flüssiggas (LNG) hingegen muss heruntergekühlt und vor Verbrauch wieder entflüssigt werden, kann aber per Schiff, Bahn oder Containerlaster an jeden Ort der Welt geliefert werden.
 
Abschließend noch eine Anmerkung zu Deutschland: Um eine zu starke Abhängigkeit vom kostengünstigen russischen Pipelinegas zu vermeiden, hat der Bundeswirtschaftsminister kürzlich auf einer LNG-Konferenz mit deutschen und amerikanischen Unternehmen zugesagt, dass die Bundesrepublik zwei der drei möglichen LNG-Terminals (Brunsbüttel, Stade, Wilhelmshaven) beim Bau mit Mitteln in „substanzieller“ Höhe unterstützen wird.